Wieland Freund: Krakonos

Preis: EUR 14,95
Im neuen Jugendbuch von Wieland Freund geht es um die Jagd der Jagden, wenn man so will. Es ist eine Geschichte, die sich erstrecken könnte zwischen baldiger Zukunft und tiefster Vergangenheit und in der Kinder/Jugendliche, ein SEK-Kommando und mythische Wesen einander verfolgen. Sie ist wie auch schon die letzten anderen Kinder- und Jugendbücher von Wieland Freund im Verlag Beltz & Gelberg als Hardcover für 14,95 Euro erschienen. Krakonos (in eingedeutschter Schreibweise) ist der tschechische Name für den Wettermacher und Berggeist Rübezahl, dessen Wesen dem Menschen mal freundlich, mal dämonisch gesonnen ist. Das Coverbild mit dem mächtigen Raben, in den sich Krakonos auch verwandelt, setzt ganz auf die Faszination der alten Legenden, sofern man nicht durch Musäus Spottdichtung abgestoßen wurde.

Wer Wieland Freunds fantastische Fabulierkunst und die alten Legenden liebt, dem bereitet der Einstieg in den Roman, der in der nahen Zukunft spielt, vielleicht einige Probleme. Einige der Hauptpersonen, die Geschwister Nik und Levi wachsen in der sterilen Welt der Qwip.com-Academy auf, einer utopischen Beschulungs- und Betreuungsanstalt für Eltern eines großen Internet-Konzerns.  Der jüngere Levi ist schon immer von dem kleinen Stück Brachland darum herum fasziniert und versucht, die wenigen Tiere und Pflanzen dort heimlich nachts zu beobachten. So wird er auch des beeindruckenden Rabens gewahr, der dort auftaucht.

Er ist niemand anderes als der Berggeist Rübezahl, der im 20. Jahrhundert durch einen Wissenschaftler mit einem Sender versehen wurde und sich der Beobachtung und wissenschaftlichen Erforschung durch die Menschen (Mythobiologen) entzog, indem er sich vollkommen ruhig verhielt. Die junge Studentin Emma O’Flynn bemerkt sein Erwachsen ebenfalls und weiß, dass es zur Achtung von Krakonos gehört, ihm die Freiheit zu lassen, soweit sie für ihn in der zivilisierten Welt noch besteht.

Ganz anders sehen es die Nachfolger von Horak, der dem Berggeist damals den Sender einpflanzte, das M(ythologen)-SEK. Sie wollen alles Dämonische vernichten.

Diese drei Gruppen, die sich zunächst nicht kennen, treffen um Krakonos zusammen, haben jeder auf seine Weise dasselbe Ziel, den Berggeist zu enttarnen, aber mit unterschiedlichen Motiven. Krakonos nimmt die Kinder Levi und Nik mit in seine Welt vom Riesengebirge, in den Grumsiner Forst bis zu Dobberworth auf Rügen. Sie sind bei ihm gut aufgehoben. Gerade zwischen dem jungen Levi und Krakonos spielt Wieland Freud auch gekonnt mit dem Motiv der Verführung durch die Naturmythologie. Die junge Studentin Emma, die dem SEK zwar folgen und mythologische Informationen liefern soll, merkt, dass die Kinder ebenso wie Krakonos mehr durch das SEK gefährdet sind als durch den Überzeitlichen. Per Handy gewinnt sie das Vertrauen der Kinder, doch das SEK nutzt ihre Kontakte für eigene Zwecke.

„Krakonos“ gehört mit seiner spannenden Handlung und der ganz eigenen Komposition und Stimme ganz sicher in die Reihe mit modernen Büchern um alte Sagengestalten wie „Krabat“ oder wenn man will auch „Percy Jackson“ u.a.

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