Silke Fokken: Krisenkinder

Die zwei Pandemiejahre bedeuteten für Kinder und ihre Eltern einen noch nie da gewesenen Entwicklungseinschnitt. Aufmerksame Lehrer sehen neben mehr oder weniger starken Lerndefiziten (je nachdem wo sich die Schule der Kinder befindet oder wer Träger ist) immer noch Redebedarf über die Zeiten des Schul-Lockdowns. Zugleich versucht man möglichst so weiterzumachen wie bisher. Am ehesten haben sich  noch die digitalen Kompetenzen von Schülern und Lehrern verbessert. Wenn Deutschland in zwei Monaten die Sommerferien 22 hinter sich gelassen haben wird, sehen wir vielleicht auf einen dritten Pandemie-Herbst, in dem wir zeigen müssen, was wir gelernt haben. Silke Fokken bemüht sich um eine Bestandsaufnahme und ein Fazit. Dazu legt sie die ersten Studien vor, befragt Familien und Experten. Sie stammen aus Grund- und weiterführenden Schulen sowie aus Förderschulen. Letztere in ihre Darstellungen einzubeziehen ist ein besonderes Verdienst, denn sie gingen lange Zeit völlig unter. Dort, wo vor allem jüngere Kinder in Interviews zu Wort kommen, wird das Buch interessant und lebendig. Das meiste was aus Studien zitiert wird, ist inzwischen schon bekannt und scheint den Text nur unnötig aufzublähen. Entstanden ist ein 400 Seiten starkes Taschenbuch, das man vielleicht nicht von der ersten bis zur letzten Seite genau Lesen muss. Viele Darstellungen kennt man schon aus dem SPIEGEL o.a. Magazinen. Man kann es aber als Grundlagenwerk auszugsweise studieren.

Silke Fokken hat Neure deutsche Literatur und Publizistik und Politikwissenschaft in Münster und Berlin studiert, beim rbb-Inforadio gearbeitet und war viele Jahre freie Journalistin, bevor sie seit 2016 Redakteurin beim SPIEGEL, Ressort Deutschland und Bildung wurde.

Untertitelt ist das Buch von Silke Fokken: Wie die Pandemie Kinder und Jugendliche verändert hat und was sie jetzt bräuchten. Ihr Buch (ISBN: 978-3-421-04895-0)  ist im Frühjahr 2022 bei DVA für 20 Euro  erschienen.

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