Petra C. Erdmann (Hrsg.): Geschichten vom Gehen und Wiederkommen – Briefe und Erinnerungen von Töchtern und Müttern

21 Texte von Autorinnen hat die Herausgeberin in diesem Band versammelt. Sie berichten alle von der wohl ersten und wichtigsten Beziehung, die ein Mensch im Leben eingeht: die Beziehung zur Mutter. Dabei sind es die Töchter, die befragt werden. Zumeist sind es Beziehungen die von Liebe und Dankbarkeit geprägt sind. Einige erinnern sich an die verstorbene Mutter, andere wollen der in die Jahre gekommenen Mutter danken. Dabei sind viele der Autoren inzwischen selbst Mütter und verstehen darum, wie schwierig der Spagat war zwischen Kindererziehung, Berufstätigkeit und Haushaltsführung. Viele erleben die Mutter sogar noch in ihrem Ruhestand als eine Hilfe bei der Kinderbetreuung. Es sind überwiegend südostdeutsche Töchter und Mutter die beschrieben werden.

Kein Wunder, denn die Herausgeberin wurde in Thüringen geboren und arbeitet als Verhaltens- und Teamtrainerin in Dresden. Als erfahrene Frau und Mutter zweier erwachsener Töchter begleitet und unterstützt sie seit 2007 Töchter und Mütter, deren Beziehung schwierig ist.

Das Buch kann die Arbeit einer Therapeutin zwar nicht ersetzen, aber es versteht sich als eine Anregung, manches im eigenen Leben zu hinterfragen und vielleicht kann es noch zu Lebzeiten der Mutter gelingen, mit ihr ein wichtiges Gespräch zu führen, getreu dem Motto: „Ehre das Mutterherz, solange es lebt. Ist es gebrochen, ist es zu spät.“

Jedem Text vorangestellt wurde ein Bild der beschriebenen Mutter bzw. des Mutter-Tochter-Paares. Im Anschluss an den Text findet sich ein Hinweis zu den Lebensdaten. Sie reichen bis ins Jahr 1912 zurück.

Ein Gedanke zu „Petra C. Erdmann (Hrsg.): Geschichten vom Gehen und Wiederkommen – Briefe und Erinnerungen von Töchtern und Müttern

  • 7. Juni 2021 um 23:59
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    Ich kenne dieses Buch auch und kann sagen: Hier sprechen ausnahmslos Frauen, die sich der Wahrheit stellen – zutiefst authentisch.
    Es ist eine Vielfalt aus 21 Stimmen, bei der jede ihren Duktus findet und das Buch zu einer gelungenen Komposition werden lässt. Es sind Texte, gewoben aus Erinnerung und Erfahrung, geschrieben mit Tränen, Herzblut, Verstehen und Dankbarkeit – das ist spürbar in jeder Zeile.
    Es ist Schmerz da und Heilung, Trauer und Freude – und gibt den Blick frei auf lichte Horizonte. Es ist eine Wegbegleitung für Frauen (und Männer!) die auf ihrem Pfad bei diesen Themen angekommen sind – und eine sorgfältig gestaltete und hervorragend zusammengestellte Anthologie des Mutes und der Liebe.

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