Jugendbuch

Kim Fupz Aakeson: Ulla und alles

Der Hauptheld in „Ulla und alles“ (erschienen bei Carlsen) hat nicht viel, was ihm etwas bedeutet. Seine Mutter lehnt die „Missgeburt“, die nichts versteht, ab; die Pfleger wollen ihn ständig überreden, etwas anderes zu basteln als Untersetzer, in seiner ersten eigenen Wohnung kommt er auch nicht zurecht und als er mit seinem besten Freund Willy aus dem Pflegeheim flieht, verliert er auch ihn. Alles, was er über das Leben wissen muss, hat ihm ein altes kitschiges Video „Herz ist Trumpf“ beigebracht. Jeden Tag mindestens einmal zieht er sich den Film rein, egal, was die anderen über ihn denken. Und Sätze wie „Leben ist das, was man draus macht“ oder „Wer nicht ein bisschen Gegenwind verträgt, taugt nichts fürs Leben“ treiben den Jugendlichen an, sich auf die Suche nach der Schauspielerin Ulla Vilstrup zu begeben.

Kim Fupz Aakeson (geb. 1958) erzählt die Geschichte eines psychisch kranken Jungen wie einen spannenden Krimi. Der Leser weiß um die Gefahren, die von den geflohenen Psychopathen ohne Medikamente ausgehen können, aber er kann sich auch nicht dem Mitgefühl entziehen, mit dem man die Suche nach Liebe und Selbstfindung begleitet. Doch kann es ein Happy End geben, wenn ein Psychopath einer Filmdiva begegnen möchte? Ganz anders als in dem Video spürt der Held seinen Star auf und beide meistern die seltsame Begegnung: denn wir wissen: „Herz ist Trumpf“