Erik Gloßmann / Christa Unzner: Sagen aus Berlin

Berlin ist eine spannende Stadt. Das spiegelt sich auch in ihrer Sagenwelt wieder. Die meisten Sagen wurden mündlich weitergegeben, ehe sie viele Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte nach ihrem Entstehen aufgeschrieben wurden. Aber mit der Mündlichkeit ist es immer so eine Sache. Manch ein Detail vergisst man, manches fügt man hinzu. Erik Gloßmann hat sich bemüht, die Berliner Sagen bis auf ihren historischen Kern zu verfolgen. Und da sich sein Buch vor allem an Kinder richtet, hat er jeder Sage noch einen kleinen Erläuterungstext hinzugefügt.

Entstanden ist ein Füllhorn spannender Geschichten. Wie zum Beispiel von der Prinzessin vom Müggelsee. Während andere Autoren nur vom Fischer berichten, der die Prinzessin versucht um die Kirche zu tragen bis er sich beim hellen Brandschein umsieht, berichtet Gloßmann auch von den beiden Versuchen, die es davor gegeben hat. Aber man erfährt auch, was ein Goldmacher mit der Pfaueninsel zu tun hat oder von Spuk in Tegel.

Tatsächlich gibt es nicht so viele Sagenbücher über Berlin. Die wohl bekanntesten sind der „Stralauer Fischzug“, der neben dem klassischen Sagen auch Geschichten und Bräuche aufnimmt und das kleine Büchlein „Berliner Sagen“ von Inge Kiessig. Denen gegenüber hat Erik Gloßmanns Buch aus dem Emons Verlag den Vorteil, dass es von Christa Unzner wunderschön und inzwischen auch farbig illustriert wurde. Das holt die Sagenwelt doch ein Stück näher an unsere Zeit als es die altertümlichen Grafiken können.

Erik Gloßmanns „Sagen aus Berlin“ (ISBN: 978-3-7408-0551-7) sind im Emons Verlag für 14,95 Euro erschienen.

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