Bis dein Blick Meer wird

Wenn Gedichte Geschenke an die Menschheit sind, so liegen im vorliegenden Band sehr viele große und kleine Geschenke vor. Das Köpenicker Lyrikseminar und die Lesebühne der Kulturen, beide verbandelt durch ihren Leiter, Ulrich Grasnick, geben einen Einblick in ihre Arbeit während vier Jahrzehnten. Die meisten von ihnen sind im besten Sinne des Wortes Hobbyautoren. D.h. anders als ihr Leiter, Ulrich Grasnick, leben sie nicht vom Schreiben, sind aber teilweise im Kulturbereich tätig. Ebenfalls die meisten von ihnen treffen sich schon seit Jahrzehnten regelmäßig und diskutieren ihre Texte. Einige der Autoren sind auch bereits verstorben wie Elisabeth Hackel, die den Zirkel als grand dame über Jahre hinweg zusammen gehalten hat, oder Charlotte Grasnick. Es ist schön, dass auch von ihnen Texte aufgenommen wurden. Elisabeth Hackel sucht in ihren Gedichten immer wieder den politischen Frieden und hadert mit dem Tod ihres Sohnes. Durch die Integration lateinamerikanischer Autoren, wie Jose Pablo Quevedo, kommt  eine zusätzliche Dimension in den Band hinein. Auch der in der DDR viel gelesene Günter Kunert0 hat sich zur Teilnahme am Band bewegen lassen.

Die Gedichte verweigern sich mehrheitlich der heiteren Muse, die man heute so oft hört und liest. Die Autoren  setzen ihre Worte bewusst, lassen auch das Schwanken zwischen Bedeutungen zu, bekennen sich teilweise auch zur Melancholie, ja Depression.

Grafiken von Dorothee Arndt illustrieren den Band.

„Bis dein Blick Meer wird“(ISBN: 978-3749498925) ist ein wunderbar poetischer Titel. Aber die Gedichtauswahl hätte insgesamt gekürzt werden sollen, denn der einzelne Text droht ein wenig verloren zu gehen in der Flut der Gedichte. Es ist für 24,90 Euro bei BoD erschienen.

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