Barbara Rose: Hanna, Lukas und der Friedensfuchs

Die etwa 8-jährige unternehmungslustige und mutige Hanna steht im Zentrum dieses fiktiven Buches über eine geteilte Stadt. Sie wohnt auf der gelben Seite, die überwiegend von der Landwirtschaft lebt. Die andere Seite, die Grauen, leben überwiegend von Fabrikproduktion. Zwischen den Stadthälften erstreckt sich das zu Betreten verbotene Grünland. Eine Straße führt hindurch zum Austausch der nötigsten Güter.

In diesem Grünland entdeckt Hanna nun einen kleinen verlassenen Fuchswelpen und mit ihm beginnt die eigentliche Geschichte. Hanna bringt ihm Hundefutter, doch sie stellt fest, dass es noch jemanden geben muss, der sich um den Welpen kümmert. Und weil Hanna neugierig ist, legt sie sich auf die Lauer. Es ist ein Junge so alt wie sie von der grauen Seite. Lukas. Schnell stellen die Kinder fest, dass alles was sie wissen, Vorurteile und Ängste sind. Und als dann noch heraus kommt, dass ihre Großväter von früher einander kennen, da steht ihr Plan fest: Die Stadt muss wieder eins werden.

Barbara Rose erzählt eine Kindergeschichte in sehr einfachen Worten, mit einer unglaublichen Beobachtungsgabe für die alltäglichen Kleinigkeiten, besonders auf der dörflichen Seite der Stadt. Aber sie erzählt auch für Kinder verständlich, wie es zur Teilung einer Stadt kommen kann und was danach mit den Menschen passiert. So verliert Hannas Opa z.B. das Augenlicht und muss ins Gefängnis, weil er die Mauer nicht akzeptieren wollte. Aber inzwischen ist viel Zeit vergangen und die jüngste und die älteste Generation reißen gemeinsam ab, was lange überholt ist.

„Hanna, Lukas und der Friedensfuchs“ kann man als ein Gleichnis für Berlin lesen, aber es wird den Kindern nicht aufgedrängt. Das Buch mit seinen einfachen schwarz/weiß-Zeichnungen wäre mir beinahe untergegangen. Umso froher bin ich, es hier doch noch vorzustellen. Es ist bei Herder im Frühjahrsprogramm für 12,00 Euro erschienen.

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