Armin A. Woy: Grusel in Berlin

In der Reihe „Berliner Spaziergänge“ hat der Elsengold Verlag ein kleines lesenswertes Büchlein herausgebracht, das gruselige Sagen, Anekdoten und geschichtliche Begebenheiten versammelt und sie als kleine Stadtspaziergänge präsentiert. Dabei spielt sich der Grusel hauptsächlich dort ab, wo ohnehin auch das Berliner Leben tobt, in Mitte, in Kreuzberg und auch – etwas weniger belebt – ein wenig in den Müggelbergen. Viele der hier unter dem Gesichtspunkt des Grusligen zusammen präsentierte Geschichten kennt man aus historischen Berliner Sagen. Sie werden vom Autor teilweise noch etwas in Richtung historischer Gerichtsbarkeit ergänzt, denn diese hatte es auch in sich. Nicht immer lassen sich dabei realer geschichtlicher Hintergrund und Fiktion klar trennen. So zum Beispiel der Mord an Propst Nikolaus von Bernau oder die Vorgänge um den Juden Lippold, des Münzmeisters von Joachim II.

Das Buch ist eigenwillig mit runden oder halbrunden Illustrationen versehen, deren Fotos Fremden eine Orientierung ermöglichen und zum Teil historische Abbildungen wiedergeben. Hilfreichen wäre noch eine Garte, evtl. auf der Innenseite des Covers gewesen. Denn wer so in die Vergangenheit eintaucht, möchte vielleicht dazu nicht unbedingt das Navi nutzen. Und vielleicht hätte eine Karte auch auf eine mögliche Schwachstelle des Büchleins aufmerksam gemacht: Es präsentiert die Berliner Innenstadt und nicht ganz Berlin.

Vielleicht ist das Büchlein aber auch dazu geeignet, Berliner Schülern eine interessante Sagenwelt näherzubringen. Teil des Lehrplans ist sie jedenfalls und eine spezielle Auswahl unter dem Gesichtspunkt des Gruseligen dürfte für die nötige Aufmerksamkeit sorgen.

Der Autor Armin A. Woy ist seines Zeichens Stadtführer in Berlin. Das Buch ist im Elsengold Verlag erschienen und kostet 5,00 Euro.

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