Andy Jacobs: Keep Calm and then Wham!

Vor dem Ich-Erzähler Andy Jacobs steht die (fiktive) Aufgabe, eine Antrittsrede für die Professur an der Kunsthochschule zu halten. Wenn ein Kreativer vor Kreativen spricht, sind die Erwartungen hoch. Und damit auch die Denkblockaden. Zum Glück bleibt dem Erzähler noch genügend Zeit, um Freunde zu treffen und Kreativtechniken anzuwenden. Im ersten Moment stellt sich einem da schon die Frage, ob es noch ein Buch zu Kreativtechniken braucht, noch dazu verpackt in einen Roman. Aber Andy Jacobs schreibt so leichtfüßig, dass man sogar gern dem Umweg folgt, auf dem er einen ehemaligen Freund dabei unterstützt Bürgermeister zu werden. Immer wieder erzählt er auch von seiner Frau Alice, die ihm die richtigen Duftöle mischt, die es ihm erleichtern in den Flow einzutauchen, den er als Kreativer so dringend braucht. Die Kreativitätstechniken sind dabei überwiegend aus den 80iger Jahren, z.B. David Bowies Cut-up Technik. Andy Jacobs schildert, wie er sie zu den „Braingrids“ ausfeilt, einer Art Gehirnstimulation, die über kleine handwerkliche Tätigkeiten wie schnipseln, kritzeln, kommunizieren u.v.a.m. funktioniert. Einfälle sind also keineswegs Zufälle. Man muss sie  nur herbeilocken. Das gewusst-wie findet sich in diesem Buch (ISBN: 978-3-94977-01-8), das für allerdings stolze 24,90 Euro als Taschenbuch bei Reutinger erschienen ist.

Ein Gedanke zu „Andy Jacobs: Keep Calm and then Wham!

  • 7. Juni 2022 um 14:02
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    Vielen Dank für diese schöne Rezension. Ein leichtfüßiger Umweg, dem man gerne folgt, gefällt mir besonders gut. Herzliche Grüße, Andy Jacobs

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