Jugendbuch

Waltraut Lewin: Leonie Lasker, Jüdin – Welt in Flammen

Mit dem dritten Band „Welt in Flammen“ beschließt Waltraut Lewin ihre Trilogie über die junge jüdische Schauspielerin „Leonie Lasker“.

Es ist 1926 und Leonie reist nach Granada, um von einer umherziehenden Schauspielergruppe den dritten und letzten Buchstaben zu holen, mit dem ihre Ahnin Isabelle den magischen Golem schaffen will, um die Juden zu retten. Patriarch der Familie ist Isabelles Bruder José, ein ehemaliger Partisan, der den Beinamen „der mit der Gitarre und der Knarre“ trägt. Inzwischen ist er gelähmt und residiert versteckt auf dem Berg Sacramonte. Ramiro, Anführer der Schauspielgruppe, führt Leonie zu ihm. Anders als in Wien steht fest, dass Isabelles Bruder seine Schwester mit dem Buchstaben unterstützen wird, auch wenn es alte Streitigkeiten zwischen ihm und Isabelles Mann Gaston gibt. Leonie, die in Ramiro einer neuen Liebe begegnet, gelingt es, als Vermittlerin zu wirken und nicht nur den dritten Buchstaben zu erringen, sondern auch die französische und die spanische Familie wieder zusammen zu führen.

Vom historischen Hintergrund her neu ist in diesem dritten Band, dass Leonie erleben muss, dass es nicht mehr wie in Berlin und Wien der Pöbel ist, der die Juden attackiert, sondern eine vom Staat sanktionierte Verfolgung begonnen hat. Leonie muss erleben wie Ramiro eingesperrt und gefoltert wird.

Mehr als in Band 2 vertraut die Autorin jetzt ihren Lesern und verzichtet auf längere Rückblenden. An die Frische des 1. Bandes kann sie trotzdem nicht anknüpfen. Ihren ganzen Blick richtet sie auf das familiäre, zigeunerartige Leben der Schauspielergruppe um Ramiro, während abenteuerliche Episoden wie die Befreiung des Patriarchen José aus dem Polizeigewahrsam fast gänzlich ausgespart bleiben. Höhepunkt ist eindeutig der Bau des Golems, der Isabelles letzte Kräfte in Anspruch nimmt ohne ihre Hoffnungen erfüllen zu können.

Die Leonie Lasker Trilogie ist im Taschenbuchformat für je 7,95 Euro bei cbt erschienen.