König Khareed bringt von seinem Kreuzzug den Sohn des unterlegenen Königs von Bellandra seiner Tochter als Sklave mit. Doch Prinzessin Torina kommt so gar nicht nach ihrem Vater und schenkt dem verwaisten Prinzen Landen die Freiheit und gibt ihn in die Waffenausbildung. Aber König Khareed schenkt seiner Tochter auch eine Kristallkugel, „Das Auge der Seherin“. Bald schon entdeckt Torina ihre Gabe in die Zukunft zu sehen.

Mit der Zeit entwickelt sich eine innige Freundschaft zwischen den beiden Königskindern, bei der die junge Prinzessin das Bogenschießen erlernt. Die kameradschaftliche Zweisamkeit scheint beendet, als die Hochzeit von Torina ansteht. Mit dem damit im Zusammenhang stehenden Mord von König Khareed wird das Leben am Königshof überschattet und Torina muss vor dem Mörder fliehen, nachdem auch Landen geflohen ist, um nicht als vermeintlicher Mörder geköpft zu werden.

Für beide beginnt nun ein Martyrium, das jeder für sich allein durchstehen muss: Prinzessin Torina nach ihrer Flucht vom väterlichen Hof, den nun der ehemalige Berater ihres Vaters beherrscht, als Seherin für König Dahmis und Landen als der kampferfahrene, schlitzohrige, aber gerechte Bellanes.

Victoria Hanleys „Das Auge der Seherin“ ist im Stil eines historischen Romans angelegt. Obwohl Hanley die Handlung in einem Fantasiereich ansiedelt, wirkt sie glaubwürdig. Die Erzählweise ist sehr realistisch und fesselt durch die spannende Handlung. Die beiden Haupthelden sind sicher und detailliert skizziert. Beide haben ein gemeinsames Lebensziel: den Frieden zwischen den Königreichen. Dieses Ziel scheint mit dem am Buchbeginn angeschnittenen Überfall auf das friedliebende Königreich Bellandra unerreichbar. Doch Prinz Landen und Prinzessin Torina schaffen es, trotz verschiedener Wege zum Ziel, den wichtigen Frieden zwischen den Reichen neu zu errichten.

Hanleys Erstlingswerk „Das Auge der Seherin“ bietet für jeden etwas: historisches Flair, Liebe und Romantik, Krimi und Spannung … bis zur letzten Seite. Einfach empfehlenswert!