Eine wunderschöne melancholische Weihnachtsgeschichte ist in diesem Jahr im Verlag Urachhaus erschienen. Alle Kinder eines Waisenhauses wurden zum Fest zu netten Familien eingeladen. Alle außer Ivy. Und sie kann auch nicht zu Mrs Sheppard nach Hause, denn die muss sich um ihre kranke Schwester kümmern. Also soll Ivy das Fest im Säuglingsheim verbringen.

Doch Ivy hat ganz andere Pläne. Sie will ihre Großmutter finden, auch wenn jeder ihr erklärt hat, dass sie keine Großmutter hat.

So steigt sie in der kleinen englischen Stadt Aylesbury aus dem Zug und beginnt ihr Weihnachtsfest auf dem Markt mit heißen Kastanien und Tee. Im Schaufester des Spielzeugladens entdeckt sie dann auch noch Holly, die Puppe, die wie ein Double zu ihr selbst erscheint. Auch Holly wünscht sich, endlich eine kleine Besitzerin zu haben, obwohl die gruslige Eule Abracadabra ihr keine Hoffnung lassen will. Tatsächlich ist am Weihnachtsmorgen natürlich die Ladentür verschlossen und eine Großmutter für Ivy ist auch noch nicht in Sicht. Aber den Schlüssel zur Erfüllung ihrer Wünsche hat Ivy am Vorabend bereits nichts ahnend gefunden.

„Holly und Ivy“ ist eine Geschichte über das Weihnachtsfest, das beginnt, wenn das Einkaufen beendet ist und Menschen einander begegnen. Die Namen der Hauptfiguren und Farben im Buch tragen der englischen Tradition Rechnung, zu Weihnachten Stechpalmenzweige (holly) und Efeu (ivy) aufzuhängen. Und ebenso wie ihre Haupthelden und deren Symbole scheinen auch das Autoren- und Illustratorenpaar dieses Buches nur aufeinander gewartet zu haben. Margret Rumer Godden, (1907 – 1998), erlangte mit dem von Jean Renoir verfilmten Roman „Der Strom“ Weltruhm. Die Thüringerin Maren Briswalter (geb. 1961) hat für die anrührende Geschichte detailreiche Bilder in pastellenen Tönen geschaffen, die das Fest in sanfter Dunkelheit oder im warmen Licht erscheinen lassen.