Ole Könnecke: Desperado

Am Ende dieser genialen Geschichte fragen die Eltern – wie wohl fast alle Eltern der Welt – den kleinen Roy: „Und wie war es im Kindergarten?“ Roy überlegt einen Moment. „Och eigentlich wie immer.“

Eigentlich wie immer bedeutet aber in der Geschichte von Ole Könnecke: Die beliebte Kindergärtnerin Heidi wurde vom Schurken Black Bart entführt, der sie zwingen wollte, sie zu heiraten. Doch Roy hat mit seinem Pferd Desperado die Verfolgung aufgenommen und mit einem genialen Plan Heidi gerettet.

Der beliebte Kinderbuchautor Ole Könnecke lässt sich nicht viel Zeit, vom Alltag in die Fantasiewelt zu gleiten. „Jeden Morgen reitet Roy auf seinem Pferd Desperado in den Kindergarten.“ Die Illustration zeigt  kaum einen Kindergarten, sondern vor allem den Wilden Westen, raumfüllende Banditen und ein starkes Pferd, das den kleinen Roy auf seinem Abenteuer durch die Prärie trägt. Gradlinig wie der Beginn ist auch die gesamte Geschichte. Kurze Worte und klare Dialoge geben dem Geschehen Tempo, so dass die kleinen Zuhörer schnell in die Fantasiewelt eintauchen können und mit dem Haupthelden Roy wachsen.

Einige Rezensenten betonten ihren Spaß am „ausgelassenem Spiel mit pädagogischen Zitaten“. Das ist vielleicht bei der Textkürze etwas weit hergeholt, doch die Kinder werden den einen oder anderen Spruch von der „Bedenkzeit“ wiedererkennen. Auch eine wirklich gegen den Strich gebürstete Wild-West-Romantik verbirgt sich hier wohl weniger als ein sich in seine Fantasiewelt hineinträumender Junge. Aber gerade dieses Bekenntnis zur Fantasie macht den authentischen Charakter der Geschichte und die Kunst Ole Könneckes aus.

„Desperado“ von Ole Könnecke ist im Herbst 2019 für 14,00 Euro bei Hanser erschienen und begründet die eigene Ole Könnecke-Reihe im Buchregal bzw. setzt sie fort.

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