Nicolas Barreau: Die Liebesbriefe von Montmartre

Wer an „Liebesschnulzen“ nichts Anrüchiges findet, der wird mit diesem modernen Roman von Nicolas Barreau glücklich. Der junge Schriftsteller Julien hat mit 33 Jahren seine Frau an den Krebs verloren und bleibt in tiefer Trauer mit seinem 6jährigen Sohn Julien zurück. Eigentlich „funktioniert“ er nur noch für den kleinen Arthur. Am Totenbett hat seine Frau ihm das Versprechen abgenommen, ihr 33 Briefe zu schreiben. Zunächst sieht es nicht so aus, als könne Julien Worte für sie finden. Doch nach einem halben Jahr ist der erste Brief eine Art Befreiung für ihn und er setzt die Briefe fort, die er in einem Geheimfach am Grab hinterlegt. Doch etwa nach dem 6. Brief verschwinden sie, und an ihrer statt liegen kleine, aber bedeutsame Geschenke am Grab. Julien ist verwirrt. Hat ihn jemand beobachtet? Hat der Steinmetz jemandem vom Geheimfach erzählt? Und was ist mit den Frauen um ihn? Der klugen und munteren Friedhofsrestauratorin, der besten Freundin seiner Frau und anderen, für die er kaum einen Blick hatte. Julien nimmt alle Kraft zusammen, um das Rätsel um die verschwundenen Briefe und die kleinen symbolischen Gaben zu lösen.

Nicolas Barreau nutzt geschickt das Pariser Flair, um eine schöne Geschichte von Liebe und Tod zu erzählen. Er baut in der ersten Hälfte unmerklich ein interessantes Personenensemble um den Schriftsteller und seinen kleinen Sohn auf, das im 2. Teil für rätselhafte Spannung sorgt und den etwas gewöhnlichen Anfang schnell vergessen lässt. „Die Liebesbriefe von Montmartre sind im Thiele Verlag im Herbst 2018 in einer schönen handlichen Hardcover-Ausgabe für 20,00 Euro und auch als Kindle Version für 16,99 Euro  erschienen.

Coverabbild mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

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