Maja Lunde: Über die Grenze

Maja Lundes Kinderbuch „Über die Grenze“ habe sogar ich als Erwachsene mit Herzklopfen und viel Sympathie für die jugendlichen Helden wider Willen gelesen. Die Autorin wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie bis heute mit ihrer Familie lebt. In Norwegen war sie bereits als Kinder- und Jugendbuchautorin bekannt, bevor sie in Deutschland bzw. weltweit (Spiegel-Bestseller 2017) mit ihrem Roman „Die Geschichte der Bienen“ berühmt wurde.

Die Geschichte, die in dem Buch erzählt wird, spielt in Norwegen während des 2. Weltkriegs. Im Mittelpunkt von „Über die Grenze“ stehen die 10 und 12 Jahre alten Geschwister Gerda und Otto. Gerda ist Musketier-Fan und abenteuerlustig, ihr älterer Bruder Otto dagegen ein ruhiger „Kartograph“. Eines Tages entdecken sie, dass ihre Eltern im Keller jemanden verstecken. Es sind zwei jüdische Kinder namens Sara und Daniel. Aber auch der verräterische Dorfpolizist ist der Sache auf die Spur gekommen und lässt die Eltern verhaften. Um sie zu retten, will vor allem Greta versuchen, die Kinder über die schwedische Grenze entkommen zu lassen. Dabei bauen sie auf die Hilfe von Erwachsenen, die ortskundig sind. Doch unerwartet in dieses Abenteuer hinein geraten, stellen Greta und Otto fest, dass es gar nicht so einfach ist, Unterstützung zu finden. Grenzschleuser sind verhaftet und von anderen weiß man nicht, ob man ihnen trauen kann. Die vier Kinder sind also ganz auf sich selbst  oder zufällige Helfer gestellt.

Maja Lunde erzählt die Geschichte aus der Sicht von Greta mit viel Einfühlungsvermögen. Es gelingt ihr, die politische Situation immer wieder nur anzureißen und die Flucht als solche in den Mittelpunkt zu stellen. Das wird vor allem die jugendlichen Leser freuen, die den handlungsorientierten  Erzählstil in der klaren Sprache schnell verfolgen können. Für 2020 ist bereits eine Verfilmung dieses Kinderbuchs geplant. „Über die Grenze“ von Maja Lunde ist für 16,00 Euro bei Urachhaus erschienen.

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