Hilke Rosenboom: Ein Pferd namens Milchmann

In einem kleinen Ort passieren merkwürdige Dinge. Neun Kindern laufen riesige Pferde zu, die von den Kindern in Garagen, Kellern und Zimmern versteckt werden. Sogar dem unangenehmsten Lehrer der Schule, Gossenstein mit Namen, läuft ein Gaul zu. Und ein mächtiger Laster mit der Aufschrift Equ-Frost und zwielichtigen Gestalten donnert durch die kleinen Straßen und versucht die Pferde aufzuspüren.

Im Mittelpunkt dieser ganzen Ereignisse stehen der Junge Hermann mit dem Pferd Milchmann. Hermann kann zwar nicht reiten oder irgendwas, aber er versteht jedes Schauben und jeden Blick von Milchmann. Und ihm ist klar, dass er Milchmann und die anderen Pferde vor dem Schlachthof retten muss, denn zu nichts anderem will der Equ-Frost-Laster die Tiere schaffen. Dicht an seiner Seite ist sein verfressener, indischer Freund Bibar, aber auch Lehrer Gossenstein wird auf einmal sympathisch und sogar den alten Herrn Feuerbach hält es nicht mehr in seinem Rollstuhl. Immerhin scheint er als ehemaliger Schmied der einzige im Ort mit Pferdeverstand. Zum Ende der fantastischen Geschichte macht er den Figuren und Lesern klar: es genügt nicht Pferde zu mögen, man muss sie artgerecht halten und beschäftigen können. Das – und die Pferdeäpfel – lassen ein ganzes verschlafenes Nest aufblühen.

Hilfe Rosenboom hat eine schwungvolle, humoristische und spannende Geschichte für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren geschrieben. Nicht nur Pferdefreunde werden begeistert sein, wie Hermann versucht, sein Pferd vor den Tierfängern zu retten.

Das im Preis wirklich unschlagbare Lesevergnügen (4, 95 Euro) ist im Carlsen-Verlag erschienen und wird für Schulklassen überdies durch ein ausführliches Arbeitsheft begleitet, das im Lehrer-Portal kostenlos heruntergeladen werden kann. Ein Grund mehr die übliche Klassenlektüre mal etwas zu modernisieren.