Dorothea Lachner / Stefanie Harjes: Saß ein Ungeheuer auf dem Dach

Sich nach einem großen Streit zu versöhnen ist doch das schönste.

Das erfahren auch die Haupthelden des Bilderbuchs „Saß ein Ungeheuer auf dem Dach“ von unseren österreichischen Nachbarn. Ihre Geschichte ist beim Nilpferd im Residenz-Verlag erschienen.

Die Autorin hat zwei Paradefeinde par excellence gewählt: Hund und Katz. Doch es sind nicht etwa deren grundlegende Unterschiede, sondern die alltäglichen Kleinigkeiten, die sie in den Krieg treiben. Die Katze spielt an einer falschen Stelle und der Hund ist sauer. Dann eben nicht, denkt sich die Katze und will ihre Sachen nehmen und ausziehen. Doch als sie sich noch ein letztes Mal umsieht, entdeckt sie ein Ungeheuer auf dem Dach. Hier gibt es kein Zaudern, sie muss den Hund warnen, ehe er gefressen wird. Doch wieder können sich die beiden nicht einigen, was sich opfern ließe, um das Ungeheuer zu vertreiben. Während sie auch darüber streiten, wird das Monster größer und größer. Nur noch ein gemeinsamer beherzter Angriff kann Hund und Katze retten. Doch versehentlich wird die Katze dabei verletzt. Das hat der Hund nicht gewollt. Er wird zum besten Krankenbruder und Trostgeschichtenerzähler der Welt…und das Ungeheuer ist auf einmal verschwunden.

Kinder werden die Geschichte von Hund und Katz verstehen und ihr scheinbar einfaches, versöhnliches Ende ebenso lieben wie Maurice Sendaks „Wo die wilden Kerle wohnen“. Die Illustratorin geht dabei mutige Wege. Sienähert sich bei der Gestaltung des Tohuwabohus

Scheinbar kindlichen Zeichenstufen an und kombiniert sie mit einer monänen Katze und einem fast schon wölfischen Hund. Zwischen schwarz-weiß-Tönen setzen Rottöne prägnante Akzente ins Bild. Ob Kinder und ihre Eltern dieses Experiment mitgehen bleibt allerdings offen.

Das Bilderbuch „Saß ein Ungeheuer auf dem Dach“ ist auch im deutschen Buchhandel für 14,90 Euro erhältlich.