Der jugendlichen Heldin Sophie geschieht an einem gewöhnlichen Tag das, wovor sich die meisten Menschen jahrzehntelang fürchten: Sie wird zur alten Frau. Die Hexe aus der Wüste verwandelt das Mädchen, das ihr keinen angemessenen Hut anbieten kann.

Doch sogar Flüche haben ihre guten Seiten, denn nun ist Sophie gezwungen, in die Welt des Zauberers Howl aufzubrechen. Hätte die Hexe sie nicht verflucht, wäre die pflichtbewusste Sophie sicher im Hutladen ihres verstorbenen Vaters versauert.

Allzu weit kommt sie jedoch nicht, denn sie trifft auf ihrem Weg auf das Schloss des Zauberers, das zwischen den Hügeln vor der Stadt herumfliegt. Und da es für eine alte gebrechliche Frau beschwerlich ist, zu Fuß durch die Welt zu wandern, bleibt sie einfach im Zaubererschloss und tut das, was sie bereits im elterlichen Laden gelernt hat: Sie putzt, kocht, stellt sich mit dem Feuerdämon und dem Zauberlehrling Michael gut, so dass auch dem Zauberer Howl schließlich nichts anderes übrig bleibt, als sie bei sich zu dulden. Mit der Zeit kommen die Schlossbewohner mit Sophie ganz gut klar. Sophie hat sich derweil in ihre Rolle einer alten Greisin gefügt und fügt sich ihrem Schicksal. Dabei erkennt sie ihre Gabe, Dinge zum Leben zu erwecken. So steht ihr der Stock einer Vogelscheuche bei, nicht nur als Gehhilfe sondern auch im späteren Duell mit der Hexe und deren Feuerdämon. In diesem Duell rettet Sophie das Leben des Zauberers. Wie am Ende jedes Märchens wird Sophie für ihre Ausdauer und ihre guten Taten belohnt. Sie erhält ihr jugendliches Aussehen zurück.

Diana Wynne Jones schreibt mit ihrem Buch „Sophie im Schloss des Zauberers“ ein modernes Märchen und verknüpft dabei gekonnt gegenwärtige und märchenhafte Elemente.

Durch die humorvollen Wendungen in der Erzählweise und dem sprichwörtlichen Augenzwinkern entsteht beim Lesen der 366 Seiten nie Langeweile. Dieses Buch ist sicher ein Geheimtipp für Märchenfreunde.