Der bekannte Kinder- und Jugendbuchautor Avi (Pseudonym für Edmund I. Wortis) führt uns mit dem Buch „Das Gold des Alchemisten“ ins tiefste Mittelalter, in eine Zeit, in der die Menschen noch glaubten, aus allerlei Pülverchen, Sanden und anderen Zutaten Gold machen zu können. In dieser Zeit hat sich in der alten Stadt Fulworth der Alchemist Thorston mit dem sprechenden Raben Odo in einem an die Stadtmauer geklammerten alten Steinhaus nieder gelassen. Hier ist er auf der Suche nach der Mixtur für das ewige Leben. Für seinen Haushalt hat er sich die Waise Sybil als Magd von der Straße geholt. Aber nicht nur als Magd soll sie ihm dienen, auch als Zutat für seinen Plan. Als Thorston beginnt, diesen Plan zu verwirklichen, zieht Unruhe in das Haus an der Stadtmauer ein. Für sein Vorhaben benötigt Thorston die geheimen Zeilen in einem uralten Buch. Diese Zeilen kann nur ein Mensch mit grünen Augen sehen und lesen. So wächst in Kürze die Anzahl der Bewohner im alten Haus: Alfric, der Waisenjunge mit den grünen Augen, und Damian, der geldgierige grünäugige Apothekergehilfe.

Die alten und neuen Bewohner des Hauses glauben, dass Meister Thorston die Zutaten zum Goldmachen gefunden hat. So sind sie erschrocken, als Thorston plötzlich leblos scheint. Thorston, der die Steine des Lebens einen nach dem andern schluckt und jedes Mal kraftlos zusammenbricht, wird jedes Mal von Sybil und den anderen im Keller des Hauses begraben. Als sich dann auch noch der habgierige Stadtvogt für den „Goldmacher“ Thorsten zu interessieren beginnt, versucht jeder im Haus dem Meister und seinen Gerätschaften die Formel zum Goldmachen zu entlocken.

„Das Gold des Alchemisten“ ist ein spannend zu lesendes Buch mit einem kleinen Augenzwinkern. Es zeigt uns Details aus der fernen Zeit des Mittelalters und führt uns einen Bruchteil von Absurdität aus dieser Epoche vor Augen. Und es vermittelt die Armut der untersten Schichten der Bevölkerung und deren Hoffnung auf Wohlstand durch den Glauben an das Goldmachen. Avi schreibt sehr detailliert über die Wünsche der Bewohner des alten Steinhauses und des Stadtvogts. Dazu streut er ein wenig mittelalterliche Magie in die Handlung ein, so dass sich daraus eine mystische Geschichte entwickelt, die den Leser bis zur letzten Seite nicht mehr los lässt.