Anselm Grün: Geschwisterbande – Eine ganz besondere Beziehung

Viele Menschen haben Geschwister, aber nicht alle Geschwisterbeziehungen sind unproblematisch. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. Nach vielen anderen Büchern widmet sich der bekannte Benediktinerpater Anselm Grün in seinem neuen Buch aus Vier-Türme-Verlag diesem Thema. Er selbst ist mit sechs Geschwistern aufgewachsen, die er als sehr verschieden beschreibt und dennoch dürfen sie sich über ein gutes und enges Verhältnis freuen. Was sind die Gründe dafür? Sicherlich können die Eltern einiges dafür tun, indem sie die Kinder als verschieden annehmen und aufwachsen lassen. Aber gerade nach der Zeit der Reife sollten Geschwister auch für sich und ihr Reagieren auf den anderen selbst verantwortlich sein. Oft auch leben sich die Geschwister auseinander und es braucht Zeit, wieder zusammen zu finden. Anselm Grün weist auch auf besondere Lebensstationen hin, auf denen Geschwisterbande auf den Prüfstand gestellt werden. Zunächst einmal sind es Familienfeiern, die jedes Geschwisterteil anders empfinden kann, aber auch der Tod der Eltern und der Umgang mit den neuen Rollen und dem Erbe. Auch bei scheinbar unüberbrückbaren Haltungen gibt Anselm Grün zu bedenken, dass man die Schwester oder den Bruder als eine Art Spiegel für verdrängte Anteile in sich sehen kann.

Anselm Grün versteht sein Buch als einen seelsorgerischen Anteil, möchte eher nicht stark psychologisch ausdeuten, kann die Psychologie aber nicht ganz umgehen. Seine religiöse Grundhaltung ist Teil seiner Ratschläge, wird dem Leser aber nicht aufgedrängt. Gerade sein Einstieg über die verschiedenen Geschwisterpaare in der Bibel gelingt ihm am stärksten. Demgegenüber verliert das Buch im letzten Viertel durch Redundanz  etwas von seiner anfänglichen Tiefe.

Anselm Grün „Geschwisterbande“ (ISBN: 978-3-73650151-5) ist ein wohltuend zu lesendes Buch, das für 18,00 Euro seit 2018 im Handel erhältlich ist.

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