Andrea Grewe / Hiltrud Herbst / Doris Mendlewitsch: Fliegende Wörter 2020

Die meisten Literaturfreunde wissen Gedichte sehr zu schätzen. Aber so einen ganzen Gedichtband mal in einer Mußestunde lesen? Das kommt vielleicht doch eher selten vor. Umso schöner die Idee eines Gedichtkalenders. Und umso besser, wenn die Herausgeber darin schon Erfahrung besitzen! Das lässt sich vom Kalender „Fliegende Wörter“ (ISBN: 978-3-89126-020-3) auf jeden Fall sagen, den wir auch schon in den letzten sechs Jahren vorgestellt haben.

Wem das entgangen ist, dem sei erklärt, dass es sich hierbei um einen typografisch künstlerisch gestalteten Postkartenkalender mit kürzeren lyrischen Texten für jede Woche handelt. Er reicht durch alle Jahrhunderte und um die ganze Welt. Für 2020 haben die Herausgeber  ihren Anfangspunkt im 9. Jahrhundert mit einem Wurmsegen gesetzt, Goethes „Freibeuter“ aufgegriffen und landen bei Else Lasker Schüler und Anna Maria Bacher aus unseren Tagen.  Thematisch greift der Kalender aktuelle Themen auf wie Heinrich Deterings Achtung vor dem libanesischen Imker. Und auch Emma Lazarus‘ Rede vor der New Yorker Freiheitsstatue darf man wohl doppeldeutig verstehen:

„Behaltet den berühmten Tand

Und Euren Pomp an Euren alten Küsten

Schickt mir stattdessen Eure Mittellosen

Die Heimatlosen, hoffnungslos Zerlumpten…“

Wer Texte der Jubilare Matthias Claudius, Paul Celan und Friedrich Hölderlin sucht, wird ebenso fündig wie die Frauenbewegten.

Ein profundes Stück Literatur wurde da wieder vom Daedalus-Verlag für 16,95 Euro zusammengestellt und ist ab sofort im Handel erhältlich.

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