Belletristik

Stefan Seifert: Das Raskolnikow-Syndrom

Heutzutage zögert man zuweilen, wenn man Bücher wenig bekannter oder unbekannter Autoren herausgegeben von ebenso wenig bekannten oder unbekannten Verlagen in die Hand nimmt und erwerben soll.

Dass dies nur ein wenn auch weit verbreitetes Vorurteil ist, beweist ein im Verlag Neue Literatur, Jena-Plauen-Quedlinburg, erschienenes Buch von Stefan Seifert.

Seifert, Jahrgang 1949, hat unter anderem als Bibliotheksangestellter, Museumsführer, Hilfspfleger, Heizer, Hausmeister, Transport- und Lagerarbeiter und als Filmvorführer gearbeitet und schreibt seit 2001. Seine Geschichten sind in bisher vier Anthologien erschienen.

In seinem nun erschienenen Buch mit dem Titel „Das Raskolnikow-Syndrom“ werden amüsant und unterhaltsam geschriebene phantastische und unglaublich anmutende Geschichten dem Leser angeboten, die gekonnt reale Situationen mit Phantastischem verknüpfen, die Begebenheiten inszenieren, die jedem in dieser oder ähnlicher Art passieren könnten.

Da macht ein Bibliothekar eine interessante und fesselnde Entdeckung in den Gewölben seiner Bibliothek und verschwindet dann spurlos. Da lernt der Rentner Theophil den Elfen Bogumil kennen, der im Abflussrohr seines verstopften Waschbeckens lebt. Und Friedrich wird in eine Gegend verschlagen, in der eine Suppenfabrik steht. Die angelieferten Fleischkörper sehen aber gar nicht nach Schwein aus.

Stefan Seifert zeigt mit seinen Geschichten, dass man in jeder Alltäglichkeit auch Absonderliches, Phantastisches und Ungewöhnliches unterbringen kann. Mit einer Leichtigkeit lässt er vor den Augen des Lesers seine Helden phantastische, manchmal auch gruselige Geschichten erleben, wobei es dem Leser obliegt, den Wahrheitsgehalt zu ergründen oder sich einfach von den Texten gefangen nehmen zu lassen.

Ein Buch also, das als Reiselektüre oder auch zum Vorlesen bestens geeignet ist. Ein Buch für Freunde gruseliger Schauergeschichten und phantastischer Texte.