Der Beginn erinnert ein wenig an Huckleberry Finn. Im Mittelpunkt steht der Held wider Willen Finley McPhee aus dem kleinen schottischen Dorf Applecross, dessen Eltern kurz vor den Sommerferien Besuch von der Schuldirektorin bekommen. Bei 73 unentschuldigten Fehltagen, die Finley mit seinem Hund am Fluss beim Angeln verbracht hat, kann sie ihn nicht versetzen. Finleys Vater ist verständlicherweise sauer und bittet den Dorfpfarrer ihm zu helfen, für Finley als Strafe eine nützliche Sommerbeschäftigung zu suchen. Die ist schnell zur Hand als sich der Postbote den Knöchel verstaucht. Eines Tages muss Finley einen Brief an jemanden zustellen, dessen Haus und vor allem Zauberladen ihm völlig unbekannt ist: Aiby Lily. Doch tatsächlich findet er den Laden, der kurz vor der Eröffnung steht und damit gerät er in einen ebenso abenteuerlichen wie unheimlichen Strudel magischer Vorgänge. Seit Jahrhunderten schon betreiben die Lilys in streng geregelter Abfolge den Handel mit magischen Objekten, doch ihre Position ist nicht unumstritten. Finstere Mächte bedrohen sie u.a. mit dem Gesang der Meeresriesen. Finley ist von der mit ihm gleichaltrigen Aiby begeistert, doch er merkt schnell, dass sie zwar seine Hilfe braucht, ihm aber immer wieder wichtige Dinge verschweigt. Um sie und sich zu beschützen sind sowohl sein ganzes praktisches Geschick wie auch sein Kopf gefragt.

„Der Zauberladen von Applecross – Das geheime Erbe“ ist ein Jugendbuch, das sich schnell liest und Jugendliche sich nicht zuletzt aufgrund der Schauplätze wie Friedhof und Schlossruine schnell in seinen Bann ziehen wird. Es ist 2014 im Verlag Coppenrath erschienen und sein zweiter Band folgt bereits im Frühjahr 2015 im selben Verlag. Die detailgetreuen, historisch anmutenden Zeichnungen für das GLOM „Großes Lexikon für Objekte mit Magie“ von Iacopo Bruno unterstützen den fantastischen Charakter des Textes aufs Beste. Für 12,95 Euro erhalten alle englischen Gruselfans Unterhaltung pur.