Patricia Schröder: Mathilda und Oskar, Ein Stiefel voll Glück

Wer noch die eher traditionellen Kinderromane von Erich Kästner u.a. mag, der wird auch Patricia Schröders neue Helden Oskar und Mathilda mögen, die hier in „Ein Stiefel voll Glück“ ihren ersten Auftritt haben. Allerdings ist das längst nicht mehr der erste Auftritt von Patricia Schröder, die inzwischen eine Vielzahl von Kinder- und Jugendbüchern veröffentlicht hat, nachdem sie sich in mehreren Berufen versucht hat. Kürzere Texte von ihr sind in Lesebücher eingezogen, „Mathilda und Oskar“ hätten das Potential verfilmt zu werden.

Das Buch spielt in der der noblen Villengegend von Vielendorf. Nachdem Oskars Vater sang- und klanglos verschwindet, muss Oscars Mutter sehen, wo sie bleibt und mietet sich zunächst einmal nichtsahnend in ein Gartenhaus bei Herrn Heinrichen ein. Mit Ausnahme des alten Herrn Heinrichen wären sie da die Außenseiter, gäbe es nicht die freche Mathilda von nebenan, die sich viel lieber auf dem Gänseblümchenübersäten Rasen bei Opa Heinrichen aufhält als in ihrer Villa mit Hauslehrer, abwesendem Vater und sich verschönernder Mama. Ihrem Temperament kann „Oskarchen“ (wie sie ihren neuen Nachbarn nennt) sich nicht widersetzen. Das würde ihm auch gar nicht liegen. Er ist ganz darauf bedacht, seinen Tag den Zahlen zu unterwerfen und zu überprüfen, ob die Dinge Vielfache von Drei sind, denn nur dann haben die Unternehmungen einen glücklichen Ausgang.

Und ein guter Ausgang wird auch für das Problem gebraucht, das sich in Vielendorf entwickelt: Opa Heinrichen steht mit seinen Gänseblümchen auf der Abschussliste und soll ins Gefängnis oder zumindest ins Pflegeheim. Als er dann noch seinen Kompost in den Nachbargärten verteilt, sind auch die tolerantesten Villenbesitzer gegen ihn. Nur Oscar und Mathilda bezweifeln, dass er das war und legen sich auf die Lauer.

„Oskar und Mathilda“ ist ein Kinderbuch, das man auch als Erwachsener gern mitliest. Es ist anschaulich und mit viel Humor erzählt. Die beiden Hauptgestalten mit ihren kleinen persönlichen Macken schließt man vom ersten Wort an ins Herz und verfolgt ihren Einsatz für Opa Heinrichen mit fest gedrückten Daumen. Der Verlag Coppenrath hat die Mathilda-Bände so wie es sich für solche Romane gehört im traditionellen Halbleinen mit einem frischen, kontrastreichen Cover für 12,95 Euro herausgegeben.