Drei Freunde stehen im Blickpunkt des schwedischen Jugendbuchs „Steppo“: Hakan, der alles tut, um seinem großen Bruder Ronny, einem Nazi zu gefallen; der naive Dick, der alles dafür tun will, um in die Jugendband der Schule zu kommen, die ihn ablehnt, weil er keine Lederjacke hat und schließlich der Hauptheld Stefan, genannt Steppo. Sein Vater ist vor kurzem gestorben, die Mutter ist depressiv und Steppo versucht außerdem damit klarzukommen, dass Tahsin sich in einen 19jährigen verknallt hat anstatt in ihn. Und als ob das seine Gefühle nicht schon genug umwirft, verliebt er sich aus heiterem Himmel in Eva, die seit einem Malleur in der 2. Klasse von allen nur noch „Piss-Amöbe“ genannt wird. Da kann man sich ja nur noch an Dicks „Selbstgebrannten“ berauschen. Im Rausch überredet Hakan Steppo, mit einem geklauten Auto eine Spritztour zu unternehmen, die im Straßengraben endet. Unglücklicherweise gehört das Auto einem Drogendealer, der zunächst Hakan und dann Steppo zwingt, den Schaden abzuarbeiten.

Engström zeigt, mit welchen Konflikten sozial benachteiligte Jugendliche kämpfen und wie sie durch einfache „Jugendsünden“ mehr und mehr in Abseits geraten. Engström behält aber mit seinen Nebenfiguren auch die Erwachsenen kritisch im Blick, die wie der Erzieherspieß diesen Prozess fördern oder wie der verständnisvolle Polizeibeamte Stal den Jungen wieder die Kraft geben, sich an positiven Zielen zu orientieren. Der Autor führt seine Helden in szenenhaften Ausschnitten aus dem Schulalltag ein, in denen er die Sprache seiner Helden ungeschminkt einfängt. Sein Roman „Brando“ wurde 2004 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, „Steppo“ mit seinem realistischen Happy End, steht dem in nichts nach.