Malin Schwertfeger / Isabel Pin: Die Kürbiskönigin

Der berühmte Zauberer und Astrologe Abe no Seimei lebte um die Jahrtausendwende in Japan. Wie alle Helden umrankt schon eine Geburt ein Mythus: seine Mutter soll eine Füchsin gewesen sein. Um seine Person und seine Zauberkünste ranken sich in Japan viele Legende. Eine davon hat Malin Schwertfeger für deutsche Märchenfreunde in wunderbarer Eleganz nacherzählt. Es ist ein Märchen, in dem sich alles um Liebe und Leidenschaft dreht.

Der König eines großen Landes war ein begeisterter Gärtner. Um diese Leidenschaft zu verfolgen, hatte er alles, was mit Zauber und Geistern zu tun hatte zugunsten der Gemüsologie aus seinem Land verbannt. Sein ganzer Stolz war ein unglaublich wachsender Kürbis, so groß und schwer wie ein neugeborenes Elefantenbaby. Doch als eines Tages eine Delegation diesen Kürbis bestaunen will, vernimmt man ein seltsames Klopfen und Ächzen aus seinem Innern. Das macht den König ganz krank. So krank, dass er den Zauberer, vor dem immer ein blauer Schmetterling einher fliegt durch seinen Diener Hiro herbei bitten lassen muss. Der Zauberer deckt ein gebrochenes Versprechen des Königs auf und der Weiberheld Hiro begegnet der Liebe seines Lebens.

Malin Schwertfeger findet in einer klaren Sprache die Balance zwischen einem traditionellen Märchenton und modernem Humor. Mit nur wenigen Worten lässt sie gleich zu Beginn die Stimmung fernöstlicher Magie erblühen. Ihre Erzählung wird durch die klaren, aufs Wesentliche reduzierten, mit kontrastreichen Farben gestalteten Bilder Isabel Pins begleitet.

Das Märchen von der Kürbiskönigin ist 2008 bei Bloomsbury erschienen.