Jugendbuch

Karlijn Stoffels: 1:0 für die Idioten

Luisa landet in der Villa Standlust. Aber so romantisch das klingt, ist es nicht, denn Villa Standlust ist die Jugendpsychiatrie. Ihr persönlicher Vertrag sieht vor, dass sie sich „einnisten“ soll, anstatt – wie von zu Hause – wegzulaufen und sich umzubringen. Durch den Psychologen Hans und später auch durch den Patienten Daniel fällt Luisa das erstaunlich leicht. Viel schwerer dagegen ist es, nach einem Monat dem heimatlichen Wochenende entgegen zu sehen oder dem Gespräch mit ihrer Mutter und dem Stiefvater.

Mit trockenem Humor und originellen Vergleichen („In einer Abteilung der Jugendpsychiatrie ist man nicht, weil man Mundgeruch hat…“) beobachtet Luisa den Alltag um sich herum, nimmt Kontakt zum Personal und zu den Mitpatienten auf und baut sich Schritt für Schritt eine neue Welt auf. Die Autorin zeigt dabei, dass ihre Helden zwar die Unterstützung der Therapeuten brauchen, um sich nicht mehr zu ritzen oder ein Geburtstrauma auszuleben – aber dass die Jugendlichen sich in dieser Situation auch selbst ein Halt sein können. So gelingt es Luisa vor den Therapeuten das Klavierwunderkind Daniel zum Sprechen zu verleiten: Also 1:0 für die Idioten!