Jugendbuch

Jostein Gaarder: Das Orangenmädchen

Seine Liebe zur Epik und zur Philosophie kann Jostein Gaarder (geb. 1952) auch in seinem neuen Buch „Das Orangenmädchen“ nicht verleugnen, obwohl es vorgibt, in erster Linie eine Liebesgeschichte zu erzählen.

Kurz vor seinem Tod schreibt Jan Olav seinem Sohn in einem langen Brief von der schicksalhaften Begegnung mit dem Orangenmädchen. Er versteckt den Brief in einer Kinderkarre in der Hoffnung, dass Jan Olav ihn finden wird, wenn er alt genug ist, um eine bedeutsame Frage zu beantworten. Durch die Antwort auf diese entscheidende Frage und durch die Einbettung der Liebesgeschichte in die Erforschung des Weltalls bekommt das Buch sein Gewicht. Möglicherweise wirkt dieses Gewicht im ersten Teil des Buches auf den Leser erschlagend, doch je näher der Erzähler seiner Liebe und seinem kleinen Sohn kommt, umso berührender wird der Text. Jostein Gaarder zeigt, dass das Leben nicht gradlinig ist und dass es uns unbequeme Antworten abverlangt. Doch er macht Mut, es mit dem Schicksal aufzunehmen und das Leben zu genießen.