Jan Weiler: Max – Memoiren eines Schulanfängers

Jede Zeit bringt wohl ihre Schülerstimmen hervor. Mark Twain verewigte sie in Tom Saywer, Ludwig Thoma in seinen „Lausbubengeschichten“, Erich Kästners im „Fliegendes Klassenzimmer“, die DDR wurde festgehalten in „Alfons Zitterbacke“ und „Ottokar“, dann erschienen „Berts Katastrophen“ und schließlich bändeweise „Gregs Tagebücher“. Und da heute mehr denn je gedruckt wird, sammeln sich in der Gegenwart noch so einige Stimmen dazu. So auch gegenwärtig Jan Weilers „Max – Memoiren eines Schulanfängers“ (ISBN: 978-3-446-27432-7).

Viele der Geschichten beruhen auf Lehrermagazin-Kolumnen und sind schon als Buch im Rowohlt Verlag erschienen. Dabei hätte man es belassen können, zumal der Autor gelungenere Bücher vorzuweisen hat („Das Pubertier“ oder „Maria, ihm schmeckt’s nicht“). In den Max-Geschichten nimmt er die Sicht eines Schulanfängers ein und versucht sich auch im für manche Schulanfänger typischen mündlichen Sprachstil. So fängt jede der etwa zweieinhalb- seitigen Geschichten mit einem roten „ALSO…“ an. Dann wird zwar mit Komma aber ohne Punkt berichtet, was Max alles so erlebt hat. So hat er z.B. Pausenbrote getauscht, Stress mit unzähligen Hobbys, eine Schneeflocke unter dem Mikroskop betrachtet oder einen Regenwurm verspeist. Außerdem ist man als Schulanfänger und Memoirenschreiber erst recht schon so weit, dass man die Welt der Erwachsenen schon mal hinterfragen darf. Leider richten sich die Fragen nur aufs Naheliegende. Wirklich schön wäre gewesen, wenn er die klischeehafte Rollenverteilung im Haushalt mal hinterfragt hätte. Das bleibt aus, nur einmal übernimmt der Vater den Einkauf und prompt kann Max sich mehr Süßigkeiten genehmigen als es die Mutter erlaubt hätte.

Ole Könnecke jedenfalls gestaltet Max sowohl auf dem Rückcover als auch durch das ganze Buch sehr pfiffig.

Die Memoiren von Max sind Mitte 2022 im Carl Hanser Verlag für 16.- Euro erschienen.

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