Cornelia Funke bekommt seit Jahren ungezählte Briefe von ihren Fans. Sie wollen alles über ihre Lieblingsautorin und deren Bücher wissen. Auch der Lese- und Literaturunterricht kommt an der als „die deutsche J.K. Rowling“ bezeichneten Autorin nicht vorbei. Deshalb ist der vorliegende Band aus dem Dressler-Verlag unverzichtbar. Autorin ist die Patentante von Cornelia Funke. So wie sie dieses Buch schreibt, das sich im ersten großen Kapitel den Stationen im Leben der Autorin widmet, macht sie deutlich, wie wichtig die Familie für Cornelia Funke ist. Die Fanpost liegt zum Beispiel in den Händen der jüngeren Schwester und in rechtlichen Fragen wird Cornelia von ihrem Bruder vertreten. Ihre Kinder sind die ersten kritischen Leser. Nur ihr an Krebs verstorbener Mann, mit dem sie sich das Leben in Los Angeles erträumt hatte, kann Cornelia nicht mehr begleiten. Dadurch, dass Hildehunde Latsch nicht nur Kennerin, sondern vor allem Patentante von Cornelia Funke ist, konnte sie das Buch mit vielen privaten Fotos ausstatten.

Neben der Unterstützung durch die Familie hatten die Verfilmungen ihrer Werke natürlich einen großen Anteil am Erfolg der Bücher. Hildegunde Latsch kann zeigen, dass Cornelia Funke bereits früh sehr genaue Vorstellungen hatte, von wem die Rollen idealerweise besetzt werden müssen. Dass Brendan Fraser die Rolle des Mos übernahm ist schon eine magische Geschichte an sich, wie man nachlesen kann.

Der zweite Teil des Buches widmet sich dann ganz den Büchern selber und untersucht sie in Bezug auf ihren Umgang mit Zeiten und Orten, auf ihre erzählerischen Mittel, ihre Helden und fantastischen Figuren hin.

In der Wendigkeit des Schreibens bleibt Hildegunde Latsch allerdings weit hinter ihrem Patenkind zurück. Am ehesten geeignet sind ihre Ausführungen tatsächlich für die kindlichen Fans, die ihre ersten Vorträge zur Biografie der Lieblingsschriftstellerin anfertigen wollen. Die kurzen, für Kinder leserfreundlichen Kapitel lesen sich als beantworte Hildegunde Latsch Fanbriefe, auf die sie wiederholt auch verweist. Im Vorwort verweist sie zwar auch darauf, die Deutschlehrer unterstützen zu wollen, doch dieser Spagat erfordert wohl doch zu viel Geschick, falls er denn überhaupt möglich sein sollte.

Im Anhang werden noch einmal alle Bücher und Preise von Cornelia Funke übersichtlich aufgelistet und verdeutlichen – die Tintenherz-Trilogie ist nur der Gipfel einer überaus produktiven Autorin, die sich ins Herz der Welt geschrieben hat.