Der Tagesspiegel (Hrsg.): Die verrückte Flöte: Und andere Geschichten von Musikinstrumenten

Jährlich führt die überregionale Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ einen Erzählwettbewerb durch.

Mit dem Finale am 20. März 2010 ging der bisher erfolgreichste Wettbewerb zu Ende. 490 Schüler und 140 Erwachsene hatten dazu eigene Kurzgeschichten eingesandt. Lag es daran, dass sich dieser Wettbewerb bereits seit 2002 etabliert hat oder dass „Musikinstrumente“ ein Thema waren, dass noch mehr Schreibende anzog als bisher? Ganz klar wird sich diese Frage nicht beantworten lassen. In jedem Fall aber machten es die Einsender der Jury nicht leicht, denn nur 11 Geschichten wurden für das mündliche Finale und 26 Geschichten für das Buch „Die verrückte Flöte“ ausgewählt.

So wie im Finale stehen Kindergeschichten im Buch gleichberechtigt neben den Texten von Erwachsenen. Beide Generationen haben einander viel zu sagen. Die Kindergeschichten werden dabei häufig von Fantasie und kriminalistischen Einfällen getragen. Um nichts geringeres als die „Weltherrschaft“ über die Töne geht es zum Beispiel in Fabian Tradlers (10) furiosen Krimi „Noise in the night“. Seine Klassenkameradin Lissi Lüder dagegen macht Bekanntschaft mit kleinen grünen Männchen, die aus der Flöte steigen und mit denen sie sich mehr und mehr versteht, während sie das Instrument zu spielen lernt.

Die Geschichten der Erwachsenen bestechen oft durch ironische Übertreibung. Ein subtiler Mord durch eine Konkurrentin oder wie bei Swantje Schmidt-Buntschuh eine Persiflage auf Zuschauer und Kritiker eines klassischen Konzerts.

Allen Texten gemeinsam ist: Musik lässt niemanden kalt. Musik bewegt den Verstand ebenso wie das Gemüt.

Erstmals wurde das Buch zum Erzählwettbewerb durch einen neuen Tagesspiegel-Partner herausgegeben: dem online-Drucker epubli (www.epubli.de), der dem zumeist schreibenden Publikum beim Finale auch offerierte, gern die eigenen Bücher herauszugeben. epubli erwies sich bei diesem Projekt auch dem größten Zeitdruck gewachsen. Nach dem Halbfinale wurden von den betreffenden Autoren in Windeseile letzte Informationen angefordert und das Buch in 10 Tagen gedruckt. Bereits am Finaltag war der erste Druck restlos ausverkauft, so dass bereits nachgedruckt werden musste.

„Die verrückte Flöte“ ist ein nettes Mitbringsel für alle, die Musik und Fantasie lieben oder sich für Schreibwettbewerb interessieren.