Jugendbuch

Charlie Kager: Der Tropfen, der Baum und der See – Warten und Musterhaft

Die erste Liebe ist die tiefste und vielleicht darum auch die schmerzhafteste. „In den meisten Beziehungen scheint es so zu sein, dass einer von beiden mehr will, mehr vom Anderen“, vermutet Charlie Kager in seinem Vorwort und schlägt damit das Thema seiner Romantrilogie an, dessen erster Teil „Warten und Musterhaft“ ist.

Der Protagonist der Erzählung ist gefangen in seiner Liebe zu einer jungen Frau, die er bereits seit seiner Schulzeit kennt. Er hofft auf die Erfüllung seiner Liebe, aber sein Gegenüber weicht aus. Der Liebende wartet.

Charlie Kager erzählt ganz aus der Sicht seines namenlosen Protagonisten, der an einer unerfüllten Liebe leidet, aber dafür umso mehr an seine Liebe zu glauben scheint. In der Sprache des Autors scheinen vor allem die Naturbilder den Helden zu bestätigen. Nicht selten sind sie triebhaft aufgeladen. Die Erzählung endet schließlich mythisch im Bild der Undine, in das sich der Erzähler verwandelt.

„Der Tropfen, der Baum und der See“ ist ein Text wie ihn nur ein junger Autor schreiben darf, vielleicht ein Verliebter wie sein Protagonist. Er verrät Gefühl für den Bildreichtum einer Sprache der Liebe und wagt es, Spannungselemente und eine bewusste Konzeption Figuren außen vor zu lassen. Ein Vademecum für unglücklich Verliebte vielleicht, die sich bestätigt sehen wollen.