Egal ob zu Hause oder im Kindergarten – Erwachsene beklagen immer wieder, dass die Sprösslinge mit Schimpfwörtern nur so um werfen, dass einem dabei die Ohren schlackern.

Der kleine Tom, eigentlich ein ganz normaler Junge, tut das auch.und Oma Brakelmann kann nur kopfschüttelnd feststellen: So etwas hat es bei früher nicht gegeben. Tom aber beeindruckt das gar nicht. Er sammelt Schimpfwörter in seinem Notizheft und posaunt sie voller Begeisterung in die Welt hinaus. Das bleibt auch Kommissar Bitterbeck vom Dussel-Dezernat der Schimpfwortpolizei nicht verborgen. Er will nach alter Sitte Tom den Mund auswaschen, aber als er ihn auffordert, den Mund aufzumachen, da poltert es auch schon aus Tom heraus. Und was Kommissar Bitterbeck da zu hören bekommt, ist mehr als er vertragen kann. Nun lässt er seinerseits eine ordentliche Schimpfworttirade los, dass Tom nur noch in Windeseile mitschreiben kann. Erleichtert trennen beide sich. Aber weil ja alles irgendwie ein gutes Ende finden muss, so kommt Tom bei seiner Oma eine versöhnliche Idee: Wie wäre es, wenn er seine Schimpfwörter malen ließe und gerahmt an die Wand hing. Bestimmt viel lustiger als den Ärger, den er sich bisher damit eingefangen hat.

In „Tom und die Schimpfwortpolizei“ kommt nicht wirklich eines seiner vielen Schimpfwörter vor. Vielmehr lebt das Buch von den lustigen Zeichnungen des Illustrators Kai Pannen, der die Schimpfwörter im Bild festgehalten hat. Einige werden Kinder und Eltern auf Anhieb erkennen, über andere muss man rätseln und sich erst austauschen. Und das ist auch der Sinn dieses sehr undidaktischen Kinderbuchs. Kinder sollten mit ihm nicht allein gelassen werden, sondern über ihre Erfahrungen mit den Großen reden dürfen. Woher haben sie ihre Schimpfwörter und was bedeuten sie? Wo gehören sie hin und wohin besser nicht? Was sollte mit einem Schimpfwortschreihals getan werden? Zu all diesen Fragen liefert das Buch von Philip Militz fantastische Anregungen, die Kinder und ihre Welt genau unter die Lupe nehmen.