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Aktualisiert (Freitag, den 05. Februar 2016 um 17:06 Uhr)

 

Michaela Lück

  • Der verhältnismäßig kurze Lebenslauf erstreckt sich über kurvige Straßen, unliebsame Trampelpfade und zum Teil doch auch über ebenes, angenehm vertrautes Pflaster.
  • Das Schreiben an sich ist für sie „im eigentlichen Sinne lediglich eine Bewältigungsstrategie. Papier ist geduldig, nimmt sich der Worte widerspruchslos an und archiviert Lebensabschnitte. Misst man ihm noch ein gewisses Maß an Vertrauen zu, kann es zu der wertvollsten Habe eines Menschen werden; das ist es jedenfalls für mich. Nie hatte ich den Anspruch, aus dem Schreiben eine Wissenschaft zu machen, nie wollte ich einen Preis gewinnen. Gewonnen nämlich habe ich schon längst, da ich den Weg über das Papier zu den Menschen fand“ (M.Lück).
  • Monatsgedicht April 2002 und Monatsgedicht Februar 2004 auf Schreibfeder.de



Leichtigkeit

Hesse schrieb von Lebensstufen.
Wir wissen längst um diesen Lauf.
Wir folgen jenen fremden Rufen,
nehmen Steine auch in Kauf,
die auf Wegen vor uns liegen.
Sind sie auch für uns zu groß,
wir weinen nicht, wir lernen fliegen
und lösen uns vom Boden los.


Zu gerne

Ich habe aus allen Millionen Fenstern
der Sterne
auf dich nur herunter geschaut

und mit sieben frohen Gespenstern
zu gerne
dir deinen süßesten Traum versaut.


Eines nur

Ich brauche nur ein Wort zum Leben,
sprach der Satz zum Alphabet.
Willst du nicht dein Wort mir geben?
Eines nur, sonst ists zu spät.

Das Alphabet schien fassungslos:
Ich gab dir doch schon viele Worte.
Welches benötigst du denn bloß?
Namen, Länder, Städte, Orte?

Nein, sprach schluchzend da der Satz,
der zu gern wüsste, wo er bliebe.
So wühlte er im Letternschatz
und plötzlich stand da: LIEBE.


Weg ins Leben

Physisch arriviert bin ich
und doch nicht angekommen.
Lauschte nach Bewegungen
und habe Stagnation vernommen.
Eingekehrt ins Niemandsland.
Ich bin hier niemandem bekannt.

Meine Grenzen zu der Welt
engten mein Befinden ein,
so dass ich ließ organisieren
meines Lebens schönen Schein.
Ich fasste nie nach einer Hand,
die ich auf meiner Schulter fand.

Nun zwingt mich ein Muss zu gehen,
einen neuen Namen mir zu geben.
Existiert auch laues Ungefühl,
vermiss ich doch mein Selbst im Leben.
Strebe hin ins Jemandsland,
zu geben jemandem die Hand.


Alle Rechte für die vorstehenden Texte liegen bei der Autorin selbst.