Michaela Lück
1980 in Magdeburg geboren, im Herzen aber wohl ewige Berlinerin. Der verhältnismäßig kurze Lebenslauf erstreckt sich über kurvige Straßen, unliebsame Trampelpfade und zum Teil doch auch über ebenes, angenehm vertrautes Pflaster. Abitur 2000 und derzeit zielstrebiges Studium auf eine berufliche Tätigkeit als Sozialpädagogin hin. Das Schreiben an sich ist für sie „im eigentlichen Sinne lediglich eine Bewältigungsstrategie. Papier ist geduldig, nimmt sich der Worte widerspruchslos an
und archiviert Lebensabschnitte. Misst man ihm noch ein gewisses Maß an Vertrauen zu, kann es zu der wertvollsten Habe eines Menschen werden; das ist es jedenfalls für mich. Nie hatte ich den Anspruch, aus dem Schreiben eine Wissenschaft zu machen, nie wollte ich einen Preis gewinnen. Gewonnen nämlich habe ich schon längst, da ich den Weg über das Papier zu den Menschen fand“ (M.Lück). Monatsgedicht April 2002 und Monatsgedicht Februar 2004 auf Schreibfeder.de
Leichtigkeit
Hesse schrieb von Lebensstufen. Wir wissen längst um diesen Lauf.
Wir folgen jenen fremden Rufen, nehmen Steine auch in Kauf, die auf Wegen vor uns liegen. Sind sie auch für uns zu groß, wir weinen nicht, wir lernen fliegen und lösen uns vom Boden los.
Zu gerne
Ich habe aus allen Millionen Fenstern der Sterne auf dich nur herunter geschaut
und mit sieben frohen Gespenstern zu gerne dir deinen süßesten Traum versaut.
Eines nur
Ich brauche nur ein Wort zum Leben, sprach der Satz zum Alphabet. Willst du nicht dein Wort mir geben? Eines nur, sonst ists zu spät.
Das Alphabet schien fassungslos: Ich gab dir doch schon viele Worte. Welches benötigst du denn bloß? Namen, Länder, Städte, Orte?
Nein, sprach schluchzend da der Satz, der zu gern wüsste, wo er bliebe. So wühlte er im Letternschatz und plötzlich stand da: LIEBE.
Weg ins Leben
Physisch arriviert bin ich und doch nicht angekommen. Lauschte nach Bewegungen und habe Stagnation vernommen. Eingekehrt ins Niemandsland. Ich bin hier niemandem bekannt.
Meine Grenzen zu der Welt engten mein Befinden ein, so dass ich ließ organisieren meines Lebens schönen Schein. Ich fasste nie nach einer Hand, die ich auf meiner Schulter fand.
Nun zwingt mich ein Muss zu gehen, einen neuen Namen mir zu geben.
Existiert auch laues Ungefühl, vermiss ich doch mein Selbst im Leben. Strebe hin ins Jemandsland, zu geben jemandem die Hand.
Alle Rechte für die vorstehenden Texte liegen bei der Autorin selbst.
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