Elisabeth Hackel - Geboren 1924 in Roßlau/Anhalt
- Studium der Pädagogik an der Humboldt-Universität
- Seit 1975 Mitglied und rechte Hand im Lyrikseminar von Ulrich Grasnick
- Veröffentlichungen in diversen Anthologien und Zeitschriften
- Diverse regionale und überregionale Lesungen
- Monatsgedicht Oktober 2002 auf Schreibfeder.de
Aus Elisabeth Hackels Werk stellen wir in unserer Autorengalerie Auszüge aus einer neuen Buchveröffentlichung der Lesebühne der Kulturen Karlshorst vor: „Tage im blauen Licht zwischen Abschied und Bleiben. Das Jahr in 12 Tankas“. Der Tanka ist eine japanische Gedichtform mit der Silbenzahl pro Zeile: 5-7-5-7-7.
Wer mehr von Elisabeth Hackels dunklen, nachdenklichen Texten lesen möchte, dem sei ihr Gedichtband
“Luftwurzeln” empfohlen, der im Eigenverlag erschien, sowie die Gedichtsammlung “Vielleicht kann ich aus deinen Briefen mir Flügel falten”. - Den Kontakt vermitteln wir gern.
Tage im blauen Licht zwischen Abschied und Bleiben
für Charlotte G.
Im Schatten schon Herbst, in der Sonne noch Sommer -
Das Windrad dreht sich schon schneller - Das gealterte Grün tanzt heute wilder denn je.
Januar
Einsam bergen sich hinter vereister Aussicht Häuser und Herzen - Blumen frieren Fenster zu. Die Mondkälte bleibt draußen.
Februar
Die Narren herrschen mit immer gleichen Sprüchen - Jetzt ist ihre Zeit und erst am dritten Tage
streun wir uns Asche aufs Haupt.
April
Tagelang hockte Grün startbereit auf den Zweigen - Heute sprang es auf und war überall erster und kam dennoch fast zu spät.
Dezember
Das Licht kommt nicht meh an unseren runden Tisch - Mein Tag bleibt dunkel. Ich lebe mit der Lampe, warte auf das Licht des Schnees.
Alle Rechte für die vorstehenden Texte liegen bei der Autorin selbst.
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