Olaf Niedersätz Geboren 1964. Der Autor ist Berliner Antiquar.
In dieser Eigenschaft beschäftigt er sich vor allem mit verschwindenden und verschwundenen Dingen. Er ist also ständig auf der Suche. Das größte Ereignis seines Lebens war die Geburt seines Sohnes. Das war doch einmal eine Findung.
Besuche mich in meinem Zwischendurch Wir machen Tee und schauen den Fliegen zu beim Vögeln ------------------------------------------
Unbekanntes
Zögernd kommt es näher
verhalten der Griff ein dunkler Nebel an einem Morgen Groschenwitz in einer Zeitmaschine es ist da in einer Ecke liegt es und beobachtet mich Möwenschreie verjagen es für Minuten -------------------------------------------
alles was ich von dir weiss
alles was ich von dir weiss ist erfunden und erdacht ist der traum eines abends ist der sturz durch eine nacht
alles was ich von dir weiss
steckt in diesem kurzen brief schwebt vielleicht irgendwo zwischen unsren städten
mit den augen hab ich dich beschützt kurze zeit mit den augen hab ich dich umfangen in gedanken -----------------------------------------
Verwertung
ich sammle die Aufmerksamkeiten die mir zuteil werden sie sind mir gar nicht gleichgültig ich beobachte meinen Körper ich beobachte andere Körper ich deute die Zeichen
ich verwerfe die Deutungen
Nein ich kenne das Ende nicht! --------------------------------------
1999
Das war das Jahr als ich mich entschloß Vater sein zu wollen, als zu wenige meine Liste gegen den Krieg unterschreiben wollten, als ich überlegte das die Frühlinge meines Lebens mit Sicherheit an einer zweistelligen Zahl darstellbar wären.
Damals hätte ich so gern ein
Antikriegsgedicht gemacht. Es ist mir nicht gelungen.
Alle Rechte für die vorstehenden Texte liegen beim Autor selbst.
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