Anja Saleschke - 32 Jahre
- Film- und Medienwissenschaftlerin
- lebt bei Frankfurt am Main
Lautlos
Die Traurigkeit hat angeklopft ich legte mich zu ihr umhüllt von schweren Kleidern sanken wir regungslos ins Feuer, das uns von innen auffraß und rührten uns nicht mehr. Wie das weite Meer umspült die Schwere
unsere Hüllen und lässt zurück keinen Schrei, keine Bewegung nicht einen einzigen Wimpernschlag nur bleierne Stille.
Frühling
Knospen fesseln meinen Blick und lassen Schönheit reifen zauberhaft entblößt er sein Geschick und lässt mich ewig streifen durch seine makellosen Weiten entsteht so neues Leben erklingen neue Saiten zugegeben auch in mir.
Angst
so hartnäckig klebt sie am Kleid des Lebens fest das es mich ängstigt es könnte beim Säubern zerreißen.
Abschied (für U.M.)
Ich möchte dich ganz festhalten schenk Dir dabei meine Flügel du bist mehr als die Summe deiner Einzelteile mehr Vogel als Wurzel einem dressierten Affen gleich würdest du welken, indem man dich hielte würdelos und dumpf.
Verdammte Stille eisig und schwer das Starre weicht nicht. Ich bitte dich um nichts. Leicht wie ein Tänzer zaghafter Schritte hinfort mit dir, Despot rauer Unendlichkeit.
harmonisch
Klaviere tasten sich durch schwarz und weiß erklingen zart erschüttern schwer auf und nieder auf und ab um jeden Widerspruch zu ersticken bloß in Einigkeit
Glasklar
Wie ein Meisterwerk der Sinne ergießen sich Empfindungen hernieder wie ein Regentaumel öffnen Nebelschwaden augenblicklich zu formen neue Gedankenlieder. Machen sich auf zu neuen Ufern des Erlebens mutig und frei prasselt das Freudenwasser wäscht die Sehnsuchtsschwere fort.
Alle Rechte für die vorstehenden Texte liegen bei der Autorin selbst.
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