Manuela Bibrach
- geboren 1971 in Dresden
- aktueller Wohnort: Ringenhain
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Diplomingenieur Umweltbildung und –psychologie
- 2004 Veröffentlichung in Lyrik-Bibliothek Literareon Band II
- 2006 Veröffentlichung in Lyrik-Bibliothek Literareon Band VI
- Monatsgedicht Juni 2006 auf Schreibfeder.de
- 2007 Veröffentlichung in „Dulzinea – Zeitschrift für Lyrik und Bild“
- 2008 Veröffentlichung in Wettbewerbsanthologie „Lyrik 2000 S“
- 2008/2009 Teilnahme an Bardinale „Poets Wanted”
- 2010 Teilnahme an Bardinale „Poets Wanted“
- 2010 Sommerlesung „Kopfsprünge“
zoo
die elefanten knacken zweige mit gestutzten bogenzähnen wedeln sie vertraulich richtung menschen volk die wimpern schatten ganze augen ab und falten falten falten wie gerissene sahara
das krokodil lebt einen schwanzschlag von der teppichnatter doch es hat bisher kein wort mit ihr
gewechselt weil es erstens niemals spricht und zweitens nichts von auslegware hält
kopfstandfische treiben schwerelos durch dunkle zeitgerinnsel höhlenblaue längstvergangenheiten schleudern kleine schwebeteilchen aus organischem in becken ohne grenzen eingemauert und genährt von unsichtbaren apparaten stirbt natürliches in monotoner unbeweglichkeit
zwei kängumachos fuchteln je dem anderen vor dem genas herum und heischen mit getrampel
um die blicke einer in die ecke hingeknautschten kängudiva die nur sparsam ihre reize sehen lässt ein fetzchen fell vom innenbein ein büschel hals bringt beide kängumannen um den letzten tierverstand und lässt sie auf den hinterschwänzen stehen
am tor der krausegeier hupf ich besser gleich vorbei mich reizt kein blick auf rosa glatzen und zerfleischtes fluggefieder hier zeigt zoo gedanke kahle perversion
flamingos zetern kotverschleiert
ist ihr haus aus glas sie stehen dicht an dicht man kann die enge spüren die erregung das entsetzen hofft sie wissen es nicht anders kennen nicht die weite aller welt in ihren schwingen kühler luftstrom über festen fischen
von weitem stinken entenexkremente durch den park drei tassen wasser mimen heimat für vier tonnen federvieh und wabern zäh um unsichtbare paddel beine stoßen aneinander doch die köpfe blitzen scheitelfrisch
und geckenhaft blinkt erpel rotschopf mandarinenente an
aus federschuppen quellen silberquecken queckensilber perlen taumeln oberflächenwärts ans licht der pinguin schießt seine vorgemessne todesbahn die scheibe ist das ende seiner welt der kahle boden voller fischgefetz der meeresgrund
Alle Rechte für die vorstehenden Texte liegen bei der Autorin selbst.
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